Schüler setzen Müllproduktion auf Sparflamme

Bochinger Gutenberg-Schule auf Umweltkurs / Aufkommen von vier Gramm

Oberndorf-Bochingen. Wird die Gutenbergschule Bochingen demnächst zur müllfreien Schule? Ganz so weit wird es wohl nicht kommen, die Schule war jedoch vor kurzem nahe daran, zumindest für eine Woche dieses Ziel zu erreichen. So lange hatten sich Schüler und Lehrer bemüht, so wenig Müll wie möglich zu produzieren nach der Devise »Müll vermeiden ist umweltfreundlicher als Müll wieder zu verwerten«. Thema Vermeidung auf dem Lehrplan Nach Ansicht von Schulleiter Lothar Ellinger gibt es nirgendwo ein in allen Belangen überzeugendes Verfahren, die riesigen Mengen des Wohlstandsmülls zu bewältigen. So werde zum Beispiel der gesamte Restmüll des Kreises Rottweil zwecks Weiterbehandlung mit Lastwagen 200 Kilometer weit in den NeckarOdenwald-Kreis transportiert. Um Rohstoffe und Energie einzusparen, sei es unerlässlich, das Augenmerk auf die Müllvermeidung zu richten. Jeder könne unter anderem bei der Die Gutenberg-Schüler begutachteten ihren Erfolg nach der Aktion »Müllfreie Schule«. Foto: Ellinger Reduzierung von Verpack-ungsmüll seinen persönlichen Beitrag leisten, indem er ein entsprechendes Einkaufsverhalten praktiziere. Hier müsse auch der Schulunterricht ansetzen. Im Rahmen des Monatskreises wurde das Ergebnis der Aktionstage begutachtet. Die Kinder waren begeistert von ihrem Erfolg. Der gesamte Müll - der größte Teil bestand aus wieder verwertbaren Materialien - füllte zusammengepresst etwas mehr als drei Eimer. Die Waage zeigte knapp zweieinhalb Kilogramm an - bei 115 Schülern und Lehrern bedeutete dies ein Müllauf kommen von zirka vier Gramm pro Tag und Person. Bundesweit erzeugt eine Person durchschnittlich ein Kilo gramm Müll pro Tag. Am liebsten hätten die Schüler auch noch die nicht mehr recycleba-ren Papierhandtücher zugunsten eines Gemeinschaftshandtuches abgeschafft, womit man aber das Gesundheits-amt auf den Plan rufen würde. Möglich war dieser Erfolg zum einen durch die Unterstützung der Eltern, die vorher um Mitarbeit gebeten worden waren. So hatte zum Beispiel so gut wie niemand Pausenvesper und -getränk in einer Einwegverpackung mitgebracht. 1980 erste Stelle zur Alu-Abgabe Seit mehr als 25 Jahren wird in jedem Raum und auf dem Pausengelände der Müll getrennt. So fungierte die Schule bereits 1980 als erste kommunale Alusammelstelle für die Stadtteile Bochingen und Boll. Die Gutenberg-Schule hat sich in ihren Umweltleitlinien anlässlich der Teilnahme am mehrjährigen Projekt »Schulen auf Umweltkurs« verpflichtet, regelmäßig ihre Umwelteinwirkungen zu überprüfen und gegebenenfalls zu verbessern.

SCHWARZWÄLDER BOTE vom

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